Apr 21st, 2008 von Harald Maass
Geklonte Städte: Bei Schanghai bauen Chinesen ganze Städte nach. Eine deutsche Siedlung ist auch dabei – sie heißt Anting

Thames Town - eine Autostunde von Shanghai.
Von der Kirche führt eine Allee aus Kopfsteinpflaster in das idyllische Stadtzentrum. Vorbei an Wohnhäusern aus roten Ziegelsteinen, prächtigen Stadtpalästen mit Säulen und viktorianischen Fassaden und an kleinen Geschäften. Rote Telefonhäuschen, gusseiserne Straßenlaternen. Der Himmel ist grau wie an einem Dezembertag in London.
Thames Town. Oder wie die Bewohner es nennen: Taiwushi Xiaozhen. Bis vor fünf Jahren gab es im Landkreis Songjiang, eine Autostunde westlich von Schanghai, nur Gemüsefelder. Heute steht hier eine komplette mittelenglische Kleinstadt. 66 Meter erhebt sich die Kirche aus Sandstein in den Himmel – ein Nachbau einer Kathedrale bei Bristol. Der Rasen um die Villen, in die demnächst neureiche Schanghaier Familien einziehen werden, ist millimetergenau gestutzt. Auch ein Pub gibt es. „Rock Point Inn“ steht auf dem verwitterten Holzschild über dem Eingang.
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Mrz 26th, 2008 von Harald Maass
Die unruhige Lage in Tibet setzt Sponsor-Firmen der Olympischen Spiele in Peking unter Druck: Die Unternehmen müssen auf die Sorgen der Weltöffentlichkeit Rücksicht nehmen und wollen gleichzeitig ihre Chancen auf dem Wachstumsmarkt China wahren.
Trotz der gewaltsamen Unruhen in Tibet halten ausländische Unternehmen wie Volkswagen, Adidas und McDonald’s an ihrem Sponsoring der Olympischen Spiele in Peking fest. Doch der Druck auf die Konzerne, die nach Schätzungen von Experten jeweils bis zu 120 Millionen Dollar für das exklusive Werberecht mit den olympischen Ringen bezahlt haben, wächst.
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Mrz 25th, 2008 von Harald Maass
Tibeter jagen Han-Chinesen, zerstören Moscheen und chinesische Geschäfte. Die Aufstände im tibetischen Hochland zeigen auch ein Scheitern der chinesischen Minderheitenpolitik. Eine Analyse.
Die andauernden Unruhen in Tibet sind nicht nur der Ausdruck des Freiheitswillen eines Volkes. Neben der politischen Botschaft, die sich gegen die Fremdbestimmung durch die Chinesen wendet, steckt hinter den gewaltsamen Protesten auch ein Rassenkonflikt. Deutlich wurde dieser Konflikt bei den Massenunruhen in Lhasa, als Tausende Tibeter offen Jagd auf Han-Chinesen und Hui-Muslime machten und deren Geschäfte und Autos von Einwanderern verbrannten. Berichten zufolge wurde auch die Moschee der Stadt teilweise zerstört.
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Mrz 18th, 2008 von Harald Maass
Ein Anruf aus Lhasa: „Können wir reden?“ Der Mann ist aufgeregt, er verhaspelt sich. Es ist der Moment, in dem Chinas berüchtigte Sicherheitspolizei die Altstadt durchkämmt
Die Email aus Lhasa ist nur wenige Sätze lang. „Die Situation ist schrecklich. Überall gibt es Tote, überall wird gekämpft. Wir haben Informationen, dass am Dienstag die Sicherheitskräfte zuschlagen werden.“ Der Absender ist ein tibetischer Bekannter in Lhasa, Tsering soll er für diese Geschichte heißen. Sein wirklicher Name darf hier nicht stehen. Wer als Tibeter in diesen Tagen mit ausländischen Journalisten spricht, riskiert alles. Solchen Informanten wird in China regelmäßig wegen „Geheimnisverrats“ der Prozess gemacht. Tsering schreibt auch: „Wir müssen telefonieren.“
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Mrz 17th, 2008 von Harald Maass
Der Pekinger Geschäftsmann Li Jie handelt mit Mondgrundstücken und Luft - nun hat er Ärger mit der Polizei.
Ein Bürohochhaus im Pekinger Norden, dritte Ringstraße, 10. Stock, graue Betonwände. “Botschaft des Mondes” steht auf dem Messingschild an der Tür. Li Jie sitzt hinter seinem Schreibtisch. Er trägt einen etwas zu großen Nadelstreifenanzug. In der Hand hält er eine kleine, schwarzrotgoldene Plastiktüte. “Da ist die Luft von der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland drin”, sagt er. Li Jie handelt mit Luft. Und mit Mondgrundstücken. Deshalb steht der Pekinger Geschäftsmann jetzt vor Gericht.
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Mrz 10th, 2008 von Harald Maass
“Made in China” ist billig? Nicht immer: Weil in manchen Regionen die Produktion zu teuer wird, verlagern Unternehmen ihre Fabriken bereits ins Hinterland und in asiatische Nachbarländer.
Mit monotonen Handbewegungen stecken Frauen bunte Plastikteile ineinander. Die Spielzeugfabrik in einem schmutzig-grauen Betonhaus ist eine von Tausenden Billigfabriken im südchinesischen Shenzhen. 4,5 Yuan verdienen die Wanderarbeiterinnen pro Stunde - rund 42 Cent. Andere Fabriken zahlen nur drei Yuan. Doch für manche Unternehmen sind diese Löhne noch zu hoch. Sie verlagern ihre Produktion nach Vietnam, Indonesien und Bangladesch, wo der Verdienst noch geringer ist.
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Mrz 6th, 2008 von Harald Maass
Ein Hongkonger Sexfoto-Skandal sorgt in China für Aufregung. Der Fall zeigt auch einen Wandel der Moralvorstellungen.
Stellen Sie sich vor, Sie geben Ihren Computer zur Reparatur, und bald darauf erscheinen Ihre privaten erotischen Fotos im Internet. Peinlich, nicht wahr! Nun stellen Sie sich vor, Sie sind ein bekannter Filmstar. Und auf Ihrem Computer sind 1300 Sexfotos gespeichert, darunter kompromittierende Bilder von einem halben Dutzend weiblicher TV- und Musikstars. Nun wissen Sie, wie sich der Hongkonger Schauspielstar und Hip-Hop-Künstler Edison Chen derzeit fühlt.
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Mrz 5th, 2008 von Harald Maass
In Peking hat die jährliche Tagung des Volkskongresses begonnen. Knapp 3000 “Volksdelegierte” hören die Berichte der Regierung - entscheiden dürfen sie nichts.
Wenn die Tage wärmer werden, die Bäume die ersten grünen Blätter ausschlagen und an jeder Straßenkreuzung plötzlich Polizisten stehen, dann wissen die Pekinger, dass wieder Zeit für den Volkskongress ist. An diesem Mittwoch beginnt - mit sozialistischer Fanfare und wehenden roten Fahnen - die jährliche Tagung des Scheinparlaments. Weil die normalen Bürger keinerlei Mitsprache bei den Entscheidungen haben, ignorieren sie das Schauspiel.
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Feb 28th, 2008 von Harald Maass

Ein junger Deutscher wandert von Peking nach Deutschland
An einem Freitag im November betrat Christoph Rehage den Aufzug seines Wohnhauses in Peking, fuhr 21 Stockwerke nach unten und begann zu laufen. Mit federnden Schritten durchmaß er den dichten Autoverkehr, vorbei an Hochhaussiedlungen und Bushaltestellen.
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Feb 26th, 2008 von Harald Maass
Lorin Maatel tritt heute mit seiner New Yorker Philharmonie in Nordkorea auf. Ein Konzert mit politischen Zwischentönen.
In den bald sieben Jahrzehnten seiner Karriere stand Lorin Maazel auf vielen Bühnen. Als Neunjähriger dirigierte das “Wunderkind Maazel” erstmals anläßlich der Weltausstellung in New York. Er war Chefdirigent in London, Wien, Berlin und München. Doch seinen größten Auftritt dürfte er am heutigen Dienstag haben: Mit der New Yorker Philharmonie tritt er in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang auf. Ein Konzert mit diplomatischen Dimensionen.
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